Kreativ am Computer: Spiele entwickeln als Beruf

Geschrieben von schueler am 26. November 2009 | Abgelegt unter Allgemein, PC, Handy & Co.

Programmier-Battles, bei denen Gruppen gegeneinander antreten und den
Code der anderen entschlüsseln müssen», erläutert der Professor. Auch
Motion Capturing wird gelehrt, also die Aufzeichnung menschlicher
Bewegungen und die Umwandlung in für Computer lesbare Formate. «Damit
man 3-D-Wesen tatsächlich Leben einhauchen kann», erklärt Breiner.

Doch was muss ein Game Developer mitbringen? «Ein Interesse an
Computerspielen im weitesten Sinne», sagt Hannemann. Wichtig seien
Kreativität, dreidimensionales Vorstellungsvermögen und ein Faible
für Freihandzeichnen. Und Breiner ergänzt: «Eine Affinität zur
Mathematik sollte man haben und eine Menge Motivation.» Weil die
Branche zudem immer internationaler wird, sind Englischkenntnisse
wichtig, sagt Volker Hansch, Herausgeber der Spiele-Zeitschrift GEE
in Hamburg. Es gebe zwar nach wie vor gute Autodidakten im
Game-Bereich. «Aber das wird durch die zunehmende Komplexität der
Projekte weniger werden.»

Wer sich für den Job entscheidet, muss wissen, dass der Weg häufig
in kleine Firmen oder die Selbstständigkeit führt. «Etwa 70 Prozent
der Absolventen sind selbstständig oder feste Freie», sagt Hannemann.
Dafür warte eine dynamische Branche, die Fachkräfte brauche. «Da ist
wieder ein bisschen Goldgräberstimmung.» Gute Geschäfte erwartet er
bei Spielen für mobile Geräte und Spielen für Frauen und Ältere. Auch
klassische Unternehmen entdeckten mehr und mehr das Potenzial von
Spielen. «Das sind gute Aussichten.» Breiner sieht das ähnlich: «Die
Branche ist mittlerweile richtig groß und wird die Musik- und
Filmbranche bald überflügeln.»

Den Zahlen des Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware
zufolge lag das Umsatzplus der Branche 2008 bei 14 Prozent. Eine
Umfrage des Netzwerkes Gamecity Hamburg kam zu dem Ergebnis, dass
auch 2009 trotz Wirtschaftskrise allein in der Hansestadt 300 neue
Jobs entstehen - ein Plus von 17,5 Prozent. Die Einstiegsgehälter
werden zwischen 35 000 und 45 000 Euro taxiert.

Absolventen des QANTM-Instituts bekommen im Durchschnitt nach drei
Monaten einen Job, sagt Hannemann. Typische Tätigkeiten seien
Creative Director, 3-D-Artist sowie Jobs in der Entwicklung von
Storyboards - also die Erarbeitung der Spiele-Geschichten -, sowie in
der Animation oder Texturierung von Spielen. «Hier verschwimmt die
Spiele- mit der Filmbranche», sagt Hannemann.

Teil des dualen Systems ist die Ausbildung nicht, es gibt keine
klassische Zweiteilung mit Berufsschulunterricht und Praxisphase im
Betrieb. Die meisten Angebote werden durch «interne Vorschriften der
Lehrgangsträger» geregelt, wie es die Arbeitsagentur ausdrückt. Für
Hannemann stellt das kein Problem dar, die Qualität der Ausbildung
werde von Arbeitgebern anerkannt. Schwieriger sei es, den eigenen
Eltern klarzumachen, warum man so etwas werden will. «Dabei ist das
eine ernsthafte und milliardenschwere Industrie.» Zu schaffen macht
der Branche so manches Klischee. «Im Schatten von Amokläufen wird man
mit vielen Vorurteilen konfrontiert», sagt Breiner.

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