Studie: Sinkende Schülerzahl verändert Schulsystem

Geschrieben von tamara am 9. November 2009 | Abgelegt unter Allgemein

Gütersloh (dpa) - Das deutsche Schulsystem steht nach einer Studie
der Bertelsmann-Stiftung durch die sinkenden Schülerzahlen vor
radikalen Veränderungen. Bis zum Jahr 2025 wird die Zahl der Kinder
und Jugendlichen im Alter zwischen 6 und 18 Jahren von knapp 11
Millionen auf 9 Millionen sinken, hieß es am Freitag in Gütersloh.
«Auch wenn es große regionale Unterschiede gibt, werden Länder,
Städte und Gemeinden bei der Bildungsplanung neue Wege gehen müssen»,
sagte Vorstandsmitglied Brigitte Mohn. «Durch den massiven Rückgang
der Schülerzahlen dürfte vor allem das dreigliedrige Schulsystem
weiter unter Druck geraten.»

Unter www.wegweiser-kommune.de hat die Stiftung erstmals auch
bildungsrelevante Daten für alle Kommunen ab 5000 Einwohnern
zusammengestellt. Besonders drastisch wird demnach der Schwund mit
27,4 Prozent bei den 16- bis 18-Jährigen. Bei den 10- bis 15-Jährigen
beträgt der Rückgang 15,8 Prozent. Auch bei den Kleinen (6 bis 9
Jahre) werden 14,3 Prozent weniger Kinder als heute die Schulbank
drücken.

Auch im Westen Deutschlands wird sich nach Einschätzung der
Bertelsmann Stiftung der Trend zu neuen Schulformen fortsetzen. Dazu
zählt das zweigliedrige System mit zusammengelegter Haupt- und
Realschule. Bei einer Fortsetzung der Entwicklung dürfte sich der
Andrang auf die Gymnasien verstärken, während die Hauptschule vom
Aussterben bedroht sei.

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