Junge Berufstätige erwarten viel vom Arbeitgeber
Geschrieben von louisa am 9. November 2009 | Abgelegt unter Allgemein
Düsseldorf (dpa/tmn) - Junge Berufstätige haben hohe Erwartungen
an ihre Arbeitgeber. Kinder der «Generation Y», die von 1980 bis 1993
geboren wurden, seien es gewohnt, viel Anerkennung zu bekommen, weil
schon ihre Eltern ihnen regelmäßig Aufmerksamkeit und ein positives
Echo gegeben haben. Sie seien zu Personen erzogen worden, die sich
wertvoll fühlten und Autoritäten hinterfragten, erklärt Prof. Susanne
Böhlich von der Fachhochschule Bad Honnef-Bonn. Entsprechend wollten
sie auch vom Arbeitgeber für Leistungen einen angemessenen Gegenwert,
interessante Aufgaben und schnell Verantwortung bekommen, berichtet
das in Düsseldorf erscheinende Fachmagazin «Personal» (Ausgabe
11/2009).
Die «Generation Y» werde in den kommenden Jahrzehnten in den
Unternehmen dominieren. Mit rund 51 Millionen Menschen ist sie die
größte Gruppe auf dem europäischen Arbeitsmarkt und schickt sich an,
die «Baby Bommer» zu ersetzen, die zwischen 1946 und 1964 geboren
wurden. Anders als die «Baby Boomer», die mit Schwarzweiß-Fernsehen
und Wählscheibentelefon groß wurden, kennt die «Generation Y» kein
Leben ohne Computer. Alle Informationen sind für sie einen Mausklick
entfernt. Entsprechend prägt Technik ihr Verständnis von Arbeit.
Weil es für sie nichts Ungewöhnliches sei, 24 Stunden täglich und
an allen Tagen in der Woche erreichbar zu sein, verlieren geregelte
Arbeitszeiten an Bedeutung, erläutert Prof. Susanne Blöhlich. Das
gelte auch für Hierarchien oder feste Arbeitsplätze. Da die Grenze
zwischen Freizeit und Arbeitszeit für die «Generation Y» verschwimmt,
haben sie den Anspruch, auch zwischendurch zum Beispiel Musik zu
hören, Videos auf YouTube zu gucken oder Pause zu machen.
Technologie hat aber auch die Formen der Zusammenarbeit verändert:
Arbeitnehmer der «Generation Y» bevorzugten Teamarbeit mit Menschen,
die sie mögen. Sie tauschten sich zu allen Themen über das Internet
aus und nutzten es auch als wichtige Informationsquelle zum Beispiel
bei der Stellensuche. Viele Arbeitgeber haben sich nach Einschätzung
der Wissenschaftlerin bisher allerdings noch nicht ausreichend mit
den Ansprüchen der «Generation Y» beschäftigt.
Keine Kommentare »