Runde 1 des Rückspiels vom UEFA Pokal
Geschrieben von rosenthal am 29. September 2006 | Abgelegt unter Allgemein, Sport
In der 1. Runde des Rückspiels vom UEFA Pokal (28.09.2006) gab es einige interessante Überraschungen, es sind z.B große Titelanwerter wie Hertha BSC Berlin, Schalke 04, Olympique Marseille und ZSKA Sofia ausgeschieden. Es gab aber auch andere Begegnungen wo die Teams anderen Mannschaften nicht den Hauch einer Chance ließen u.a die Begegnung Bröndby IF gegen Eintracht Frankfurt und Bayer Leverkusen gegen den FC Sion.
Hertha BSC ist in der ersten Hauptrunde des UEFA-Pokals ausgeschieden. Nach dem 2:2 zu Hause verlor die “alte Dame” das Rückspiel bei Odense.
Hertha BSC Berlin hat den Einzug in die Gruppenphase des UEFA-Cups nach einer enttäuschenden Leistung verpasst. Der Tabellendritte der Fußball-Bundesliga unterlag in seinem 80. Europapokal-Spiel bei Odense BK mit 0:1 (0:0) und schied nach dem 2:2 im Hinspiel bereits in der ersten Runde aus. Damit kassierten die Berliner im zwölften Pflichtsspiel der laufenden Saison ihre erste Niederlage und mussten auf die Antrittsprämie von 70.000 Euro für das Erreichen der Gruppenphase verzichten.
Odense erst zum zweiten Mal in Runde zwei
Vor 15.000 Zuschauern im Fionia-Park erzielte Odenses einziger Angreifer Mads Timm per Abstauber in der 62. Minute nach einem Patzer von Hertha-Keeper Christian Fiedler das Tor des Tages. Fiedler faustete den Ball nach einem scharf getretenen Freistoß von Bechara Oliveira aus 25 Metern vor die Füße von Timm, der ohne Mühe vollstreckte.
Odense konnte sich damit erst zum zweiten Mal in seiner Vereinsgeschichte für die 2. Runde des UEFA-Cups qualifizieren. Erstmals gelang dies in der Saison 1994/95, als man überraschend Real Madrid ausschaltete. Damals gewannen die Dänen das Rückspiel bei den Königlichen 2:0.
Boateng und Ebert beginnen stark
Den Berlinern war zumindest in den ersten 20 Minuten der Wunsch nach dem zwingend notwendigen Tor anzumerken. Die Schützlinge von Trainer Falko Götz gingen zunächst wesentlich aggressiver in die Zweikämpfe als im Hinspiel.
Nachdem der Serbe Marko Pantelic aus kurzer Distanz gescheitert war, setzte der Argentinier Christian Gimenez (21.) nach Vorarbeit von Nationalspieler Arne Friedrich einen Kopfball an die Latte.
Im Mittelfeld begannen Kevin Boateng und Patrick Ebert auf den Halbpositionen stark, doch mehr und mehr verzettelten sich die Jungstars in Einzelaktionen und halfen der Mannschaft nicht mehr weiter.
Odense mit viel Defensivarbeit
Götz brachte in der 59. Minute in Ellery Cairo für Pal Dardai und in der 68. Minute in Solomon Okoronkwo für Malik Fathi zwar zwei weitere offensive Kräfte, doch weitere Großchancen blieben Mangelware.
Die Hausherren beschränkten sich zunächst auf die Defensivarbeit, überließen Hertha das Geschehen im Mittelfeld und kamen nur sporadisch zu Kontern. Spielmacher Tobias Grahn, der Hertha im Hinspiel noch große Schwierigkeiten bereitet hatte, startete seinen ersten Sturmlauf in der 26. Minute.
Dardai konnte den Blodschopf nur per Foul bremsen. Christian Sörensen setzte den Ball beim fälligen Freistoß knapp am Tor vorbei und hatte damit die einzige echte Chance der Gastgeber vor der Pause.
Dardai und Chahed überzeugen
Vor dem Anpfiff hatte Hertha-Trainer Falko Götz kurzfristig noch eine Hiobsbotschaft erreicht. Abwehr-Routinier Dick van Burik musste wegen einer Knieverletzung absagen, dafür rückte der 22 Jahre alte Christopher Samba ins Abwehrzentrum. Neben van Burik fehlten auch die Langzeitverletzten Yildiray Bastürk (Knie) und Gilberto (Knöchel).
Bei den Berlinern verdienten sich Pal Dardai und Sofian Chahed die Bestnoten, bei den Gastgebern gehörten Mittelfeldspieler Espen Hansen und Abwehrmann Jan Tore Ophaug zu den auffälligsten Akteuren.
Trotz aufopferungsvollen Kampfes hat Schalke 04 die Gruppenphase des UEFA-Cups verpasst. Doch es gab noch eine weitere bittere Pille.
Die Schalker verloren beim französischen Ligapokalsieger AS Nancy mit 1:3 (0:2) und schieden nach dem 1:0 im Hinspiel vor 14 Tagen in der ersten Runde aus.
Andre Luiz (19.) machte den Schalker Vorteil nach einem Fehler von Lewan Kobiaschwili zunichte, Gaston Curbelo (25.) und Issiar Dia (70.) ließen die Träume von einer zweiten Generation “Eurofighter” platzen. Marcelo Bordon gelang vor 18.029 Zuschauern der Ehrentreffer (78.).
Asamoah schwer verletzt
Zudem erlitt Gerald Asamoah 20 Minuten nach seiner Einwechslung zur Pause einen Bruch des linken Unterschenkels, der noch am Abend operiert werden sollte. Der WM-Teilnehmer steht vor einer monatelangen Pause.
Bei den Franzosen erhielt Benjamin Gavanon in der Schlussphase die Gelb-Rote Karte.
Starker Beginn
Zwar begann der UEFA-Cup-Sieger von 1997 stark: Hamit Altintop scheiterte mit einem Fernschuss an Nancy-Keeper Olivier Sorin (2.), Jungstar Mesut Özil, der im Mittelfeld sein Europapokal-Debüt gab, hatte das Führungstor auf dem Fuß (8.). Der Flachschuss des 17-Jährigen strich aber knapp am linken Pfosten vorbei.
Die Tore fielen allerdings zunächst auf der Gegenseite. Nach einem Eckball ließ Kobiaschwili Andre Luiz sträflich ungedeckt, der Brasilianer überwand Schalke-Torhüter Frank Rost ohne Mühe aus fünf Metern.
Es folgte der nächste Schock, als Gaston Curbelo nach einem Abwehrschnitzer vor den Augen des französischen Fußball-Idols Michel Platini frei vor Rost auftauchte und das 2:0 erzielte.
Anreise ohne Drei
Trainer Mirko Slomka hatte wie in der zweiten Halbzeit des Bundesliga-Spiels gegen den VfL Wolfsburg (2:0) auf ein 4-4-2-System mit den Spitzen Halil Altintop und Kevin Kuranyi gesetzt.
Verzichten musste Slomka dabei auf ein Trio: Abwehrspieler Fabian Ernst bestand den Belastungstest nicht und musste mit einer Adduktorenverletzung passen, Mladen Krstajic saß das letzte Spiel seiner Rotsperre aus der vergangenen Saison ab. Sören Larsen, der Torschütze im Hinspiel, fehlte den Gästen wegen eines Teileinrisses am Kreuzband im linken Knie.
Das Warten hatte ein Ende
Nach dem Rückstand erhöhte Slomka, der von Schiedsrichter Eduardo Itturalde Gonzalez auf die Tribüne verwiesen wurde (48.), das Risiko. Damit erreichten die Königsblauen zwar Feldvorteile, Torchancen blieben aber bis zu Bordons Tor Mangelware.
Die Gastgeber, die ihr erstes Europapokalheimspiel seit 1978 absolvierten, lauerten nur noch auf Konter. Einer der Gegenstöße führte zum 3:0, nach einer Schalker Ecke düpierte Dia die weit aufgerückte Abwehrreihe. Bei den Knappen erreichte kein Spieler Normalform, bei Nancy überragten die Torschützen Dia, Curbelo und Luiz.
Leverkusen hat sich für die Gruppenphase qualifiziert. Gegen den FC Sion platzte der Knoten allerdings erst eine Viertelstunde vor Schluss.
Bayer Leverkusen hat einen erneuten Erstrunden-K.o. im UEFA-Pokal abgewendet und sich für die Gruppenphase qualifiziert.
Negativserie beendet
Die Elf von Trainer Michael Skibbe besiegte den Schweizer Super-League-Klub FC Sion 3:1 (0:0) und machte nach dem torlosen Remis im Hinspiel vor 14 Tagen das Weiterkommen perfekt. Zugleich beendete die Bayer-Elf nach zuletzt vier Bundesliga-Spielen ohne Sieg ihre kleine Negativserie.
Vor 20.000 Zuschauern in der BayArena machten der ukrainische Nationalspieler Andrej Woronin (62.), Carsten Ramelow (76.) und Bernd Schneider (86.) per Foulelfmeter den Leverkusener Sieg perfekt. Für den zwischenzeitlichen Ausgleich bei den Schweizern sorgte Gelson Fernandes (75.).
Zwei Platzverweise für Sion
Sion beendete die Partie mit nur neun Spielern. In der 80. Minute erhielt Virgile Reset wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte. In der 86. Minute sah Kali Rot, als er Woronin im Strafraum foulte.
Das Weiterkommen der Werkself war hoch verdient, die Rheinländer erspielten sich über weite Strecken ein deutliches Übergewicht und hätten höher gewinnen müssen. Als großes Manko erwies sich aber einmal mehr die mangelhafte Chancenverwertung.
Bayer mit Druck von Anfang an
Von Beginn an übernahm Bayer die Initiative und schnürte die Walliser phasenweise minutenlang in der eigenen Hälfte ein. Was fehlte, war allerdings häufig der entscheidende letzte Pass in die Spitze. So hatte Bayer in der ersten Halbzeit durch drei Distanzschüsse von Paul Freier (15., 18. und 44.) seine Möglichkeiten. Zudem vergab Woronin (31. und 43.) aus aussichtsreicher Position.
Im zweiten Durchgang erhöhten die Leverkusener nochmal die Schlagzahl und drängten vehement auf den Führungstreffer. Doch zweimal Juan (55. und 57.) sowie erneut Woronin (57.) vergaben beste Möglichkeiten. Im Gegenzug tauchte bei den Schweizern Alvaro Saborio einmal gefährlich vor dem Tor auf, doch sein Kopfball ging knapp am Gehäuse vorbei (61.).
Woronin mit der Führung
In der 62. Minute platzte dann bei Bayer der Knoten. Nach Zuspiel von Simon Rolfes erzielte Woronin mit einem Distanzschuss den Führungstreffer. Als sich Bayer bereits auf der Siegerstraße wähnte, sorgte Gelson Fernandes für den Schock.
Der Mittelfeldspieler traf per Kopf zum Ausgleich, was den Schweizern zum Weiterkommen genügt hätte. Doch Leverkusen erholte sich schnell von dem Gegentreffer, bereits im Gegenzug traf Ramelow zur erneuten umjubelten Führung (76.). Schneider machte dann alles klar, als er den Elfmeter sicher verwandelte.
Bei den Leverkusenern verdienten sich Juan und Freier die Bestnoten. Auf Seiten der Schweizer wussten Alberto Regazzoni und Torschütze Fernandes zu überzeugen.
Ein Frankfurter Abwehrspieler trifft gegen Bröndby IF doppelt und sichert den Hessen so den mühelosen Einzug in die Gruppenphase.
Eintracht Frankfurt hat in der ersten Runde des UEFA-Pokals den Einzug in die lukrative Gruppenhase perfekt gemacht. Die Hessen erkämpften sich im Rückspiel beim dänischen Vize-Meister Bröndby IF ein 2:2 (1:1) und bleiben damit in dieser Saison ungeschlagen.
Vasoski mit “Doppelpack”
Durch das Weiterkommen können sich die Frankfurter, die das Hinspiel mit 4:0 gewonnen hatten, über Mehreinnahmen von rund 2,5 Millionen Euro freuen.
Aleksandar Vasoski (6., 52) brachte die Eintracht mit seinem ersten “Doppelpack” für das Team von Trainer Friedhelm Funkel zweimal in Führung.
Der Innenverteidiger traf bei beiden Toren nach Vorarbeit des Österreichers Markus Weissenberger per Kopf. Martin Ericcson (20.) mit einem platzierten Freistoß aus 22 Metern sowie Thomas Rasmussen (66.) glichen jeweils für die Dänen aus.
Revanche für Pleite von vor 16 Jahren
Im Bröndby-Park, wo die Eintracht beim 0:5 vor 16 Jahren eine ihrer schwärzesten Stunden im Europacup erlebt hatte, agierten die Hessen vor 14.067 Zuschauern mit dem beruhigenden Polster aus dem Hinspiel im Rücken ruhig und abgeklärt.
Schon nach zwei Minuten hatte der Schweizer Benjamin Huggel in einer abwechslungsreichen Begegnung die Chance zum 1:0, er scheiterte aber an Schlussmann Casper Ankergren.
Kaum Chancen für Bröndby
Die Dänen, die auf die im Hinspiel vom Platz gestellten Henrik Kildentoft und Mark Howard verzichten mussten, konnten die weitgehend sichere Frankfurter Abwehr um Vasoski und den griechischen Neuzugang Sotirios Kyrgiakos nur selten in Verlegenheit bringen.
Bei einer der wenigen Möglichkeiten der Gastgeber rettete Eintracht-Torhüter Markus Pröll gegen Ericsson (10.) glänzend.
Weissenberger hinter den Spitzen
Trainer Funkel vertraute der gleichen Startelf wie im Hinspiel. Der zuletzt in der Bundesliga Rot-gesperrte Vasoski nahm seinen angestammten Platz in der Innenverteidigung wieder ein.
Weissenberger führte Regie hinter den Angreifern Ioannis Amanatidis und Michael Thurk, der Frankfurt mit seinem Hattrick im Hinspiel zu der sehr guten Ausgangsposition verholfen hatte.
Schonung für Sturmduo
In der zweiten Halbzeit wechselte Funkel Amanatidis und Thurk aus und gönnte seinem Sturmduo mit Blick auf das bereits am Samstag anstehende Heimspiel gegen den Hamburger SV ein bisschen Ruhe.
Auch mit deutlich eingelegtem Schongang kamen die Gäste aber nicht mehr groß in Gefahr.
- Ergebnisse der 1. Runde des Rückspiels
- Die Stimmen zur Gruppenphase
(dk) 29.09.2006
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